DR. CHRISTEL DARMSTADT

Farbgestaltung und authentische Instandsetzung historischer Gebäude

Hamm - Hauptbahnhof

Beratungsumfang (1999)
- Bauforschung und Befunduntersuchung
- Farbkonzepte für die Fassade, die Bahnhofshalle und die Nebenräume
- Entwurf der Fliesenbeläge sowie Integration des Behindertenleitsystems
- Entwurf der Beleuchtungskörper in der Halle

Dieser unter Denkmalschutz stehende Bahnhof - erbaut 1916-1922 - ist ein Objekt der Internationalen Bauaustellung "Emscher-Park" (IBA).

Das Bahnhofskonzept schließt an die Schlossbauarchitektur an. Die Detailausführung erfolgte im neobarocken Stil, da Kaiser Wilhelm II. den "neumodischen" Jugendstil nicht schätzte.

In den 1980er Jahren wurde eine Modernisierung in der damals üblichen Art durchgeführt.

Die seit Mitte der 1990er Jahre geplante, erneute Sanierung erhielt durch die finanziellen Zuschüsse der IBA besonderen Auftrieb. Ziel war es, durch Rückbau auf den ursprünglichen Zustand ein möglichst authentisches Erscheinungsbild zu erreichen. Farbuntersuchungen und Archivrecherchen ergaben wenig Aufschluss über den ursprünglichen Zustand insbesondere der Innenraumgestaltung. Deshalb erfolgte eine analoge Neufassung des Äußeren und der Innenräume.

Im EUROPA-NOSTRA-Wettbewerb - einer internationalen Denkmalorganisation mit Mitgliedern aus 35 Ländern - wurde die Sanierungsmaßnahme mit einem Diplom ausgezeichnet.


oben: Die neobarocke Fassade am Bahnhofsplatz vor und nach der Neufassung.
unten: Symbolfiguren der heimischen Industrie - Bergmann und Drahtzieher - flankieren die Bahnhofsuhr. Durch Vergolden der typischen Handwerkszeuge wird die Aufmerksamkeit auf diese Gewerbe gelenkt. Das Eierstabsornament erhielt ebenfalls eine Goldakzentuierung.
In einem dem ursprünglichen Typ nahekommenden Schriftzug wurde die Aufschrift "Bahnhof" erneuert.
unten: Die plastisch wirkende Kassettendecke wurde aufgemalt.
 
 
oben: "Modernisierung" der 80er Jahre, Rückbau und Analogfassung 1999
unten: Übergang von der Wand zur Decke (vor- und nachher).
oben: Die Vormauern aus den 1960er Jahren wurden entfernt und die ursprüngliche Wandabwicklung rekonstruiert.
unten: Kapitell zwischen Halle und Reisezentrum (vorher/nachher)
oben: Die Werbung wurde in die Oberlichter integriert.
unten: Die Wandlampen und die Leuchter wurden für diese Halle entworfen. Neben sehr leistungsfähigen Beleuchtungsmitteln mussten die großen Lautsprecher sowie die Notbeleuchtung integriert werden.
oben: In die historische Stuckfassung wurde ein zeittypisches, emailliertes Ziffernblatt eingebaut.
unten: Der aus den 1950er Jahren stammende Steinbodenbelag wies durch verschiedene Ein- und Umbauten so viele Schäden auf, dass der Beschluß für einen Neubelag fiel. Er besteht aus Feinsteinzeug-Platten, die farbig zur Decke korrespondieren. Das Blindleitsystem wurde integriert.
unten: Ehemaliger Wartesaal 1. und 2. Klasse - heute Buchhandlung.
Die Decke aus den 1950er Jahren blieb erhalten.
oben: Die Marmorsäulen blieben von Bücherregalen etc. frei.
unten: Decke im Eingang zum ehemaligen Wartesaal - heute Buchhandlung.
 

2001 ausgezeichnet mit einem EUROPA-NOSTRA Diplom.


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